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Psoriasis - Flecken und Schuppen

Am Anfang ist ein Fleck. Gar nicht groß, eher ein kleines rundes Fleckchen, das rasch silbrig glänzende, trockene Schuppen bildet. Aus diesem Fleck werden zwei, drei, die sich ausdehnen und ineinander fließen. Die Diagnose ist schnell klar: Schuppenflechte. Schon vor 2000 Jahren haben griechische Schriftsteller das Krankheitsbild beschrieben, an dem heute schätzungsweise 2% aller Europäer leiden. Allein in Deutschland gibt es ca. 2 Millionen Psoriatiker: die Krankheit trifft Männer und Frauen zu gleichen Teilen. Einige Körperstellen scheinen ganz besonders häufig von der Erkrankung betroffen zu sein. Ellenbogen, Knie, die Kreuzbeinregion und der behaarte Kopf sind typische Befallstellen für Psoriasisflecken.

Zellwachstum gestört

Wer an Schuppenflechte erkrankt, bei dem gerät die Zellbildung und das Zellwachstum der Hautzellen durcheinander. Normalerweise erneuern sich Hautzellen alle 28 Tage. Bei Patienten mit Psoriasis ist diese Phase oft auf 4 Tage verkürzt. Die Zellen teilen sich viel schneller als eigentlich vorgesehen. Es werden wesentlich mehr Hornschuppen als bei der gesunden Haut abgestoßen. Die Ursachen der Erkrankung liegen möglicherweise im Bereich der sogenannten Auto-Immunerkrankungen. Viele Patienten berichten über Psoriasis-Schübe nach bakteriellen Erkrankungen wie zum Beispiel Halsentzündungen oder auch nach Stresserlebnissen.

Juckreiz und Gelenkschmerzen

Im Krankheitsverlauf bleibt es nicht bei der Schuppenbildung. Oft werden die Hautveränderungen von einem quälenden Juckreiz begleitet. Kratzen und Reiben verschlimmern den Krankheitsverlauf. In die offenen Hautstellen können Bakterien und Pilze eindringen und Entzündungen hervorrufen. Ausserdem können an den Kratzspuren neue Psoriasisherde entstehen.

Die Haare leiden im allgemeinen nicht unter der Erkrankung. Allerdings können sie bei einem starken Befall der Kopfhaut und entsprechender Behandlung vorübergehend deutlich dünner werden und leichter brechen. Viel stärker werden die Nägel in Mitleidenschaft gezogen. Da sich die Erkrankung auf die Qualität der produzierten Hautzellen auswirkt, bleiben auch Schäden an den Nägeln nicht aus. Viele Psoriatiker entwickeln sogenannte Tüpfelnägel - der Nagel erinnert durch viele kleine Krater an einen Fingerhut. Im Nagelbett selbst können ebenfalls Psoriasis-Herde auftauchen. Sie schimmern durch die Nageloberfläche durch und können die Nägel an den Rändern abheben.

Auch andere Organe können von der Erkrankung betroffen sein. Besonders schmerzhaft kann dabei die Psoriasis-Arthritis werden, die in ihrem Erscheinungsbild einer echten rheumatischen Erkrankungen sehr ähnlich ist. Wer an Schuppenflechte leidet und Gelenk- oder Knochenschmerzen hat, der sollte zusätzlich einen Rheumatologen aufsuchen.

Zahlreiche Behandlungsmöglichkeiten

Schuppenflechte ist eine chronische Erkrankung. Es gibt zahlreiche Behandlungsansätze, die allerdings immer die individuelle Ausprägung beim einzelnen Patienten berücksichtigen müssen. Früher wurden Psoriasis-Kranke mehrfach am Tag mit Teer eingepinselt. Bis auf einige teerhaltige Shampoos verzichtet man allerdings heute auf den schwarzen Wirkstoff. Harnsäure- und Salicylsäuresalben sorgen für eine verbesserte Feuchtigkeitsversorgung und helfen beim Ablösen der Schuppen.

In schweren Fällen werden Kortison-Präparate in Form von Salben, Cremes oder auch als Tabletten eingesetzt. Sie helfen schnell und haben eine positive Wirkung auf das Gesunden des Zellwachstums. Allerdings können hier erhebliche Nebenwirkungen auftreten, wenn die Medikamente zu lange und zu großflächig eingesetzt werden. Wer sich aber an die Dosierungsanweisungen seines Arztes hält, braucht Nebenwirkungen in der Regel nicht zu fürchten. Einen Wehmutstropfen gibt es aber doch: einen Langzeiterfolg in der Behandlung gibt es auch mit Kortisonpräparaten nicht.

Licht hilft

Die Behandlung mit UV-Licht verhilft vielen Psoriasis-Patienten in kurzer Zeit zu Linderung und nachhaltiger Besserung. Diese Behandlung wird von vielen Patienten gut vertragen. Aber auch hier geht es nicht ohne einige Vorsichtsmaßnahmen: ein Übermaß an Sonne kann zu Verbrennungen und schlimmstenfalls zu Hautkrebs führen. Für die meisten Menschen mit Psoriasis ist die Sonnenbestrahlung jedoch die angenehmste Behandlung. Kombiniert mit einem Aufenthalt am Meer führt sie oft zu einer deutlichen Verbesserung aller Faktoren: Die Hautveränderungen gehen zurück, die seelische Belastung durch die roten Flecken auf der Haut nimmt ab. Nicht zuletzt wirkt sich diese Behandlung auch positiv auf das Immunsystem aus.

Behandlung mit Knabberfisch

Aus der Türkei ist eine ganz andere Art und Weise der Behandlung bekannt geworden. Dort schwimmen in der Nähe des kleinen Ortes Kangal in Ostanatolien Fische in einem Fluss, die sich von abgestorbenen menschlichen Hautschuppen als Planktonersatz ernähren. Dabei teilen sich zwei Fischarten die Arbeit: die eine Art stößt ständig an die Haut an und lockert so die Hautschuppen. Die andere Art löst dann die Schuppen ab. Weitere wissenschaftliche Untersuchungen zu dieser "tierischen" Behandlung stehen noch aus, aber die Berichte der Patienten sind eindrucksvoll. Ob sich diese Behandlung in Deutschland durchsetzen läßt, bleibt abzuwarten.

Ursachenforschung

Die Ursachen für diese langwierige Erkrankung sind noch nicht vollständig bekannt. In den letzten Jahren hat sich aber die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Schuppenflechte durch eine Störung der eigenen T-Zellen hervorgerufen wird. Entsprechende Behandlungsansätze seien erfolgversprechend, heißt es in Forscherkreisen. Darüber hinaus gibt es eine vererbte Veranlagung zu Schuppenflechte. Ganz wichtig sind die seelischen Folgen dieser Erkrankung, von der sich viele Patienten entstellt fühlen. Verbitterung, Kontaktlosigkeit, Depression und Einsamkeit sind oft Konsequenz einer Hauterkrankung, die zwar gebessert, aber selten geheilt werden kann.

Starkes Selbstbewußtsein und gesundes Leben

Wer sich gesund ernährt, kann auch sein Psoriasis-Leiden positiv beeinflussen. Zwar gibt es keine ausgeprägte Psoriasis-Diät, aber ausreichend Obst und Gemüse, fettarme Mahlzeiten und ballaststoffreiche Snacks fördern die Heilung der Haut. Ein liebevoller, pflegender Umgang mit sich selbst hat ebenfalls positive Wirkungen. Wem das schwer fällt, der kann bei zahlreichen Selbsthilfegruppen Unterstützung finden.

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